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Der Weg des Reiterbogens


Bogenschiessen vom Pferd verbindet Kampfsport und Kampfkunst. "Kampf" erinnert dabei an die hunderte Jahre lange, sehr erfolgreiche Kriegskunst der Reitervölker asiatischer Steppen. Um erfolgreich zu sein, trainierten die Steppenreiter von frühester Kindheit und ihr Leben lang den sicheren Umgang mit dem Bogen. Dabei war das Pferd Gefährte und ständiger Begleiter, dem sie jederzeit ihr Leben anvertrauen können mussten und das von Kindesbeinen an mit ihnen zusammen war.

Das sichtbare, sportliche Ziel des Bogenschiessens vom Pferd ist es, aus dem Galopp heraus mit Schüssen nach vorne über den Pferdekopf, zur Seite und nach hinten, mit dem "Partherschuss", möglichst viele Pfeile auf die Zielscheiben zu bringen,.

Das innere Ziel, das diesem äußeren nicht sofort erkennbar gegenübersteht, ist eine Streben nach vollständiger Harmonie mit dem Pferd und seiner Bewegung. Dazu innere Ruhe, die die äußere Schnelligkeit im Schiessen und Treffen erst möglich macht.

"Harmonie" und "Rhythmus" sind zwei Begriffe, die einem Reiter eher vertraut sind, als einem Bogenschützen. Dessen Leitmotive sind eher "innere Ruhe" und "Spannung/Entspannung". Im Bogenschiessen vom Pferd müssen sich diese Begriffe jedoch vereinen: Nur in der Harmonie mit dem Pferd, in der Übereinstimmung mit dem Rhythmus der Bewegung des Galopps und gleichzeitig verankert in der inneren Ruhe kann der erfolgreiche Schuss gelingen. Dies erscheint nicht möglich und wird auch von vielen nicht geglaubt, bis sie es in der praktischen Ausübung sehen. Der traditionelle Bogenschütze versucht, den Moment der Bewegung auszuschalten in dem er sein Ziel anvisiert. Der traditionelle Reiter ist übliche Weise mit seiner ganzen Aufmerksamkeit beim seinem Pferd und dem Weg, der vor ihnen liegt.

Der reitende Bogenschütze ist mit beiden, der äußeren Bewegung und der inneren Ruhe, im Einklang: Sein Körper bewegt sich mit dem Pferd in dessen Rhythmus, zur selben Zeit und im selben Rhythmus schießt er seine Pfeile.

Das heißt: Er hat seinen eigenen inneren Rhythmus so weit entwickelt, dass Pferd und Bogen sich diesem wiederfinden. Auch wenn es von außen so aussieht, als würde sich der Reiter nach dem Pferd richten und der Schütze nach dem Ziel, ist es tatsächlich umgekehrt. Das Zentrum des Geschehens ist die dreifache Einheit von Pferd, Reiter und Bogen, ihre Verbindung der Reiter.

Diese angestrebte Harmonie ist aber ohne intensives Training nicht zu erreichen. Voraussetzung dabei ist zunächst, das Bogenschiessen und das Reiten getrennt zu erlernen und zu beherrschen. Die Art des Trainings unterscheidet sich dabei in beiden Disziplinen erheblich von der üblichen im Westen praktizierten Art: Beim Reiten steht Gleichgewicht und Rhythmus im Mittelpunkt, weshalb der Anfänger das Reiten ohne Sattel erlernen und dabei sein Gleichgewicht mit vielen Übungen so weit verfeinert, dass sein Unterkörper der Bewegung des Pferdes folgt, auch wenn er im Oberkörper ganz andere Bewegungen vollführt. Beim Bogenschiessen lernt der Schüler, aus seiner Mitte heraus zu schießen und den Bogen als Gegenstand zu sehen, der einzig und allein das ausführt, was sein Körper in seiner Spannung und Entspannung ausdrückt. Deshalb haben die Reiterbögen keinerlei mechanische Hilfsmittel oder gar Visiere, weil der Schütze allein über das Gelingen des Schusses entscheidet. Solche Hilfsmittel wären wegen der Galoppbewegung des Pferdes ohnehin unbrauchbar.

Somit schießt der Reitbogenschütze aus fließenden Bewegungen seine Pfeile.

Könner halten dabei über zehn Pfeile in der Bogenhand und schießen sie in einer Zeit von unter 20 Sekunden ab.

Hierzu gehört vor Allem der Ungar Lajos Kassai, der auch als Wiederentdecker dieser alten Kunst des berittenen Bogenschießens gilt.

In Deutschland wurde im Jahr 2006 der Verband „Steppenreiter e.V.“ gegründet, der heuer zum zweiten Mal Deutsche Meisterschaften in dieser Sportart ausrichtet. Einige der berittenen Haselbacher Bogenschützen nahmen bereits daran teil; auch in der Wertung.


 


Geschichtlicher Hintergrund

Die vorherrschende Kulturen der Steppen waren nomadischen Ursprungs, welche im Laufe der Menschheitsgeschichte sich immer wieder in großen Völkerwanderungen bis nach Europa ausbreiteten. Ihr Fortbewegungsmittel war das Pferd, ihre Kriegstechnik, das berittene Bogenschießen.

Vom Pferde mit dem Bogen schießen, ist gewissermaßen die älteste und erfolgreichste Kunst des Bogenschießens der Menschheitsgeschichte, was die Erfolge der verschiedensten Steppenreiter über die sesshafte Bevölkerung zeigen.

Ganz gleich, ob es die Skyten, die Hunnen, Tartaren oder der verheerende Sturm der Mongolen war, die dahinrasenden berittenen Bogenschützen beherrschten eine Kriegskunst, der selbst der schwer gepanzerte europäische Ritter nichts entgegenzusetzen hatte.

Beim berittenen Bogenschießen ist sowohl das Reiten als auch das Schießen als gleich wichtig einzustufen.

Das Reiten

Während des Schießens muss sich der Reiter auf sein Pferd verlassen können, nur kleine Korrekturen über Bein- und Gewichtshilfen sind während des Galopps noch möglich. Damit der Reiter diese Einheit zwischen Pferd und ihm bildet, muss er verschiedenste Gleichgewichtsübungen auf dem Pferd erlernen. Die Wichtigste ist das Reiten ohne Sattel.

Nur wer gelernt hat mit den Bewegungen und dem Rhythmus des Pferdes reaktionsschnell mitzugehen, ist dazu in der Lage, andernfalls wird er diese Übung mit rohem Sitzfleisch bezahlen müssen oder gar auf dem Boden der Tatsachen landen.

Reittechnik

Während dem Ritt in der Bahn liegen die Zügel auf dem Pferdehals locker auf, man hat keine direkte Verbindung von den Händen zum Pferdemaul.

Da beim Bogenreiten meist nach links geschossen wird, ist es vorteilhafter das Pferd im Linksgalopp zu reiten, da dann die Bewegung des Pferdes und des schießenden Reiters in mehr Harmonie zueinander stehen.

Jeweils fünf Dinge müssen Pferd und Reiter erfüllen, ehe die zügellosen Hilfen funktionieren. Ein Reiter muss balanciert sitzen und seine Körperteile unabhängig voneinander bewegen, die Hilfen in ihrer Reihenfolge und Intensität steuern können, genau fühlen, wann ein Pferd wie stark auf eine Hilfe reagiert, darf sich nicht bei einer Hilfe verspannen und muss reaktionsschnell sein. Ein Pferd muss die Hilfen psychisch verstehen, körperlich fit genug sein, ihnen zu folgen; es muss den Reiter als ranghöher akzeptieren, muss dem Reiter vertrauen und sich auf ihn konzentrieren. Dabei immer nach dem Grundsatz: "Zügel weg, Schenkel weg - sich tragen lassen, aufmerksam werden für die Reaktionen des Pferdes, für seine Selbständigkeit“.

Beim Bogenschießen zu Pferd darf dann kein Körperteil in der Bewegung einfrieren oder blockieren, sondern alles schwingt mit der Bewegung des Galopps des Pferdes. Am aller erstaunlichsten ist jedoch, dass der Galopp des Pferdes entscheidet, wann der Zeitpunkt des Schusses gekommen ist! Das ist die hohe Kunst der berittenen Bogenschützen. Grund dafür liegt in der Galoppbewegung des Pferdes, wenn das Pferd in der Schwebephase ist, mit allen vier Beinen in der Luft, dann ist es am ruhigsten. Und das ist der Zeitpunkt für das Lösen des Pfeiles.

Das Schießen

Das Schießen vom Pferd nach asiatischer Art unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der europäischen Art des Bogenschießens. Es ist dynamisch und absolut instinktiv. Von galoppierenden Pferden Bogen zu schießen, stellt ganz besondere Anforderungen an den Schützen.

Schießtechnik

Bereits das Einnocken des Pfeiles auf der Bogensehne muss auf besondere Art vollzogen werden, ebenso das Spannen und letztlich sogar das Lösen. Will man zudem mehrere Pfeile in schneller Folge schießen, muss man sich auch einen besonderen Bogen-und Pfeilgriff angewöhnen.

Schüsse werden nach vorne, zur Seite und als sogenannter „Partherschuss“ auch nach hinten abgegeben.

Dabei wird die Pfeilsehne über die Brustmitte gezogen und in einer fließenden Bewegung gelöst, ohne dass - wie beim jagdlichen Schießen - ein "Ankern" stattfindet.

Wichtig dabei ist, dass die Achse Bogenhand und Schultergürtel auf das Ziel zeigt. Dies ist die einzige "Zieleinrichtung" des berittenen Bogenschützen. Die richtige Höhe der Bogenhand resultiert aus der Erfahrung vieler tausend Schüsse.

 

 

 

 

 

"berittene Bogenschützen" Reitclub Haselbach e.V.
info@reiterbogenschule.de 

 

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Reitclub Haselbach e.V. | info@rch-online.de